Im Rechtsschutzversicherung Vergleich der Stiftung Warentest testen und bewerten die Prüfer des Verbrauchermagazins Finanztest die Rechtsschutzpolicen von 53 Versicherungsunternehmen. Keiner der Tarife schnitt herausragend gut und nur wenige sehr schlecht ab, stattdessen regierte eher das Mittelmaß. Jedoch boten die allermeisten, getesteten Policen immerhin einen beachtlichen Leistungsumfang, und dies zu angemessenen Jahresgebühren. Welcher Rechtsschutz-Tarif der richtige ist, hängt somit weitgehend von individuellen Erfordernissen ab. Dies verdeutlicht auch der nachfolgende Beitrag, der die Rechtsschutzversicherung der Stiftung Warentest unter die Lupe nimmt.


Unser eigener Vergleichsrechner für die beste Rechtschutzversicherung

Testsieger des Rechtsschutzversicherung Vergleich der Stiftung Warentest

Keiner der Tarife schnitt beim Test der Stiftung Warentest Rechtsschutzversicherung mit der Note Sehr gut ab und nur rund ein Viertel erhielt ein „Gut“. Testsieger wurden neun wertungsgleiche Tarife von insgesamt drei Versicherern. Allesamt erhielten sie die Bewertung „Gut“ mit einer Durchschnittsnote von 1,9. Aus rechtlichen Gründen können wir leider nicht die genauen Bewertungen in allen Unterkategorien nennen und auch nicht um welche Varianten es sich handelte. Der Kauf des ausführlichen Testbericht lohnt sich aber und ist sehr hilfreich bei der Auswahl des besten Tarifs. Die Testsieger waren:

  • Allianz mit 3 verschiedenen Tarifvarianten des „PBV Best“ Tarifs
  • Condor mit 3 verschiedenen Tarifvarianten des „PBV Comfort“ Tarifs
  • R+V mit 3 verschiedenen Tarifvarianten des „PBV Comfort“ Tarifs

Jedenfalls boten diese neun Policen nach Ansicht der Tester mit ihrer Kombination aus Deckungssummen, Deckungsleistungen, Verbraucherfreundlichkeit, Transparenz und Jahresprämien in der Gesamtbetrachtung das beste Preis/Leistungsverhältnis sämtlicher Tarife, die an dem Testverfahren Rechtsschutzversicherung der Stiftung Warentest teilnahmen. Viele der untersuchten Policen waren untereinander fast identisch und stammen auch vom gleichen Versicherer, nur fehlte bei den „Fast-Duplikaten“ jeweils der eine oder andere Leistungsbereich.

TIPP: Wir empfehlen den kompletten Stiftung Warentest Rechtschutzversicherungen Test zu kaufen damit man auch alle Bewertungen der anderen Anbieter und die Testergebnisse der Unterkategorien ansehen kann. Der Rechtschutzversicherung Vergleich der Stiftung Warentest findet sich in der Finanztest Ausgabe 4/2020 sowie als 1,50 Euro teurer Download auf der Webseite der Stiftung Warentest: LINK

Rechtsschutzversicherung Testsieger der Stiftung Warentest
Die Testsieger des Rechtsschutzversicherung Test der Stiftung Warentest wurden in der Zeitschrift Finanztest veröffentlicht.

Getestete Anbieter: Alianz, Debeka, WGV & mehr

Der Beitrag Rechtsschutzversicherung der Stiftung Warentest bewertete 56 Rechtsschutz-Policen  von 32 Versicherungsunternehmen. Sämtliche Policen richten sich an nicht selbständige Beschäftigte und bieten Deckungsschutz zumindest in den drei Lebensbereichen

  • Privat
  • Beruf
  • Verkehr

Bei einigen Tarifen war darüber hinaus der Rechtsbereich Wohnen mit rechtsschutzversichert. Alle genannten Konditionen und Bewertungen  bezogen sich zudem auf eine Muster-Familie mittleren Alters mit zwei Kindern und mit einem im Angestelltenbereich tätigen Erwachsenen. Für Beamte gelten besonders günstige Sonderkonditionen, die allerdings nicht näher berücksichtigt wurden.

Rechtsschutzversicherungen werden eigentlich von allen größeren Versicherungsunternehmen mit Rang und Namen angeboten, wie die nachfolgende Liste belegt, die nur einige der bekanntesten der besagten 32 Versicherer aufzählt.

Diese Anbieter waren im Rechtschutzversicherung Test der Stiftung Warentest mit dabei:

  • Allianz
  • Debeka
  • Huk 24
  • ARAG
  • WGV
  • DEVK
  • R + V
  • DMB Roland
  • Advocard
  • DAS/Ergo
  • und mehr

Stiftung Warentest Rechtschutzversicherungen


So hat die Stiftung Warentest Rechtschutzversicherungen getestet

Berücksichtigt beim Vergleichstest der Stiftung Warentest Rechtsschutzversicherung wurden nur Tarife, die Rechtsschutz in verschiedenen zivil- und strafrechtlich relevanten Lebensbereichen boten. Dazu zählen beispielsweise:

  • Arbeitsrecht
  • Sozialrecht
  • Vertragsrecht
  • Schadensersatzrechtsschutz
  • Verkehrsrecht (verwaltungsrechtliche Sachverhalte)
  • Strafrecht

Rechtsschutzversicherung

Tarife ohne diese Mindestleistungen wurden beim Artikel Rechtsschutzversicherung der Stiftung Warentest nicht berücksichtigt. Das Gesamturteil setzte sich aus den nachfolgenden beiden Teilbereichen zusammen, die zunächst separat bewertet wurden und dann gemeinsam die Endnote bildeten. In Klammern steht die prozentuale Gewichtung, gemäß der die jeweilige Teilnote zum Gesamturteil beitrug:

  1. Versicherungsbedingungen (90 Prozent)
    Wertungsrelevant waren hier vor Allem die Deckungssummen, die Anzahl der mitversicherten Familienmitglieder sowie der Leistungsumfang in jedem einzelnen Leistungsbereich wie vor Allem den oben genannten.
  2. Transparenz und Verständlichkeit der Vertragsbedingungen (10 Prozent)
    Richtschnur für diese Teilbewertung war der Verständlichkeitsindex der Universität Hohenheim. Zur Abwertung führte daher beispielsweise, falls wichtige Risikoausschlüsse, Selbsbehalte und Preise nicht offen und unmissverständlich benannt, sondern im Kleingedruckten versteckt wurden.

PDF Download kostenlos möglich?

Teils, teils. Der zum Vergleichstest zugehörige Artikel Stiftung Warentest Rechtsschutzversicherung ist auf der Webseite frei zugänglich. Er kann dort durchgelesen werden, lässt sich aber leider nicht als pdf runterladen. Der Vergleichstest selbst kostet 4 Euro. Dafür lässt sich dann die Vergleichstabelle auch komplett downloaden. Außerdem besteht nach Bezahlung der vier Euro die Möglichkeit, einzelne Tarife gezielt und direkt am Bildschirm gegenüberzustellen, um sie bequem miteinander zu vergleichen.


Unterschied Selbständige und Angestellte

Die Tarife und Leistungen eines Rechtsschutzes für Angestellte sind auf bestimmte Berufsgruppen zugeschnitten. Dies geht aus dem Artikel Stiftung Warentest Rechtsschutzversicherung hervor. So gibt es etwa Rechtsschutzversicherungen speziell für

  • Angestellte in medizinischen Berufen (z.B. Ärzte, Hebammen, Pfleger)
  • angestellte Steuerberater
  • Angestellte im öffentlichen Dienst
  • angestellte Führungskräfte

Rechtsschutz-Tarife für Angestellte unterscheiden sich auch insofern von Policen für Selbständige, als dass sie Rechts- und auch Schadensersatzschutz sowohl im privaten, als auch im beruflichen Bereich leisten.

Bei einer Rechtsschutzversicherung für Selbständige ist in der Regel gleich die ganze Firma versichert. Der Selbständige kann dabei wählen, ob er nur einige oder alle der nachfolgend genannten Bereiche unter Rechtsschutzversicherungsschutz stellen will:

  • Rechtsschutz im Firmenbereich
  • Rechtsschutz als Arbeitgeber
  • Rechtsschutz im Verkehrsbereich
  • Forderungsmanagement
  • Rechtsschutz im Immobilienbereich

Je nach gewählter Zusatzleistung, Firmengröße sowie Höhe der Eigenbeteiligung kostet eine Rechtsschutzversicherung den Selbständigen ab etwa 20 Euro monatlich und unterscheidet sich folglich diesbezüglich nicht allzu sehr von den Angestellten- Tarifen.


Zahlt die Rechtsschutzversicherung bei einem gerichtlichem Vergleich?

Ja, dies wurde gerichtlich bereits mehrfach bestätigt. So muss die Rechtsschutzversicherung in ableitender Anwendung eines BGH-Urteils vom 19.12.2012 (Aktenzeichen IV ZR 213/11) die Anwaltskosten ihres Versicherungsnehmers zu 100 Prozent übernehmen, falls dieser einem gerichtlichen Vergleich mit seiner Gegenseite zustimmt.

Auch wenn der Versicherungsnehmer in diesem Vergleich in der Hauptsache überwiegend Recht bekommen hat, so berechtigt dies die Versicherung nicht, vom Versicherungsnehmer eine bestimmte Kostenaufteilung zu Lasten der Gegenseite einzufordern. Anderslautende Klauseln im Rechtsschutzversicherungsvertrag sind somit unwirksam. Dies gilt im Übrigen auch dann, wenn der Versicherte Forderungen über seinen Anwalt außergerichtlich abwehrt. Trotzdem hier eigentlich kein grundsätzlicher Kostenübernahmeanspruch gegenüber der Gegenseite besteht, muss die Rechtsschutzversicherung in diesem Fall ebenfalls die Anwaltskosten ihres Versicherungsnehmers in Gänze übernehmen.

Voraussetzung dafür, dass die Rechtsschutzversicherung die Anwaltskosten ihres Versicherungsnehmers bei einem Vergleich bezahlt ist allerdings, dass der Versicherungsnehmer in einem Vergleich keinerlei Kostenzugeständnis gemacht hat, welches die Versicherung übernehmen müsste.


Rechtschutz ohne Wartezeit: Schwer zu finden

Die meisten Rechtsschutzversicherungstarife sehen nach Abschluss bei bestimmten Leistungen eine mehrmonatige Wartezeit vor, bevor diese in Anspruch genommen werden können. Damit will sich der Versicherer davor schützen, dass sie die Kosten für Rechtsstreitigkeiten tragen muss, die bereits vor Vertragsabschluss entstanden sind oder absehbar entstehen werden. Damit gehört eine Rechtsschutzversicherung eher in den Bereich der Vorsorgeversicherungen. Für die allermeisten Rechtsbereiche wie vor Allem den nachfolgend genannten gilt in der Regel eine dreimonatige Wartezeit:

  • Arbeitsgerichts-Rechtsschutz
  • Sozialgerichts-Rechtsschutz
  • Vertrags- und Sachenrecht
  • Steuer-Rechtsschutz
  • Rechtsschutz für Wohneigentum

Beim Scheidungsrecht sind die Wartezeiten deutlich länger und können bis zu 36 Monate betragen. Beim Verwaltungsrechtsschutz in Verkehrsangelegenheiten sowie beim Strafrechts-Versicherungsschutz verzichten viele Policen dagegen gänzlich auf Wartezeiten. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, die Versicherungsverträge genauestens auf Wartezeiten zu überprüfen. Denn welche der genannten Leistungsbereiche eine Wartezeit haben und wie hoch diese ist, hängt mangels gesetzlicher Vorgaben alleine vom jeweiligen Versicherer ab.

Bei einigen Rechtsschutzversicherungen gibt es daher beim Verkehrsrechtsschutz, bei anderen wiederum bei Mietstreitigkeiten keine Wartezeit. Es gibt sogar Policen, bei denen in bestimmten Leistungsbereichen wie etwa dem Mietrecht ein rückwirkender Versicherungsschutz greift. Die ARAG beispielsweise bietet eine Rechtsschutzversicherung mit einer bis zu zwölfmonatiger Rückwirkung an.


Mietrecht: Mieter und Vermieter Streitigkeiten mit abgedeckt?

Hinsichtlich des Mietrechtsschutzes unterscheiden sich die Rechtsschutzversicherungen erheblich hinsichtlich ihrer Deckungsleistungen, Wartezeiten und Deckungssummen. Darauf zu achten ist also sowohl für den Mieter als auch für den Vermieter von besonderer Relevanz – zumal es in diesem Rechtsbereich besonders häufig zu juristischen Auseinandersetzungen kommt. Bei Mietrechtstreitigkeiten werden in der Regel sowohl die Gerichts- als auch die Anwalts- und Gutachterkosten nur bis zu einem bestimmten Betrag von der Rechtsschutzversicherung übernommen.

Vermieter, die hier kein finanzielles Risiko eingehen wollen, etwa weil sie viele vermietete Objekte mit hoher Mieter-Fluktuation besitzen, sollten daher zusätzlich zur Rechtsschutzversicherung noch eine sogenannte Vermieter-Rechtsschutzversicherung abschließen. Mieter haben es da besser. Sie können ihre private Haftpflichtversicherung für wenige Euro Zusatzbeitrag um einen Mietrechtsschutz erweitern. Dieser tritt nicht nur bei Schäden an der Wohnung sowie am von Vermieter gestellten Interieur ein. Er  übernimmt auch noch sämtliche Kosten bei Rechtsstreitigkeiten mit dem Vermieter wie etwa

  • Anwälte
  • Gerichtskosten
  • Sachverständige und Gutachter
  • Mediatoren (bei außergerichtlichen Schlichtungen)

Beste Rechstschutzversicherung: Unser Vergleichsrechner

Mit Hilfe einiger weniger Kriterien lassen sich die Tarife der großen Versicherungen recht gut vergleichen. Mit unserem Rechner können Sie die beste Rechtsschutzversicherung für Ihre Bedürfnisse finden. Wir weisen darauf hin, dass dieser Vergleichsrechner unabhängig vom Test der Stiftung Warentest ist und hier viele Anbieter mit dabei sind die von der Stiftung Warentest nicht getestet wurden.


Infos zu HUK, ARAG, Ergo, ADAC & mehr

Huk Coburg: Die etwa 200 Euro Jahresgebühr teure Huk-Rechtsschutzversicherung kann man direkt Online abschließen. Der Standardtarif deckt die drei Standard-Rechtsgebiete Privatrechtsschutz, Berufsrechtsschutz und Verkehrsrechtsschutz ab, die sich auch separat versichern lassen. Scheidungsrecht und Erbrecht sind dagegen nicht inkludiert. Außerdem gilt für einige Teilbereiche eine dreimonatige Wartezeit.

ARAG: Die ARAG wirbt mit einer Rechtsschutzversicherung ohne jegliche Wartezeiten. Der Verkehrsrechtsschutz der Rechtsschutzversicherung gilt sogar rückwirkend für drei Monate und der für Mietangelegenheiten für zwölf Monate rückwirkend. Dafür ist dieser Tarif mit rund 260 Euro Jahresgebühr auch etwas teurer als viele Rechtsschutzversicherungen mit marktüblichen Wartezeiten.

Ergo: Singles bekommen hier eine Rechtsschutzversicherung ab knapp 23 Euro monatlich. Senioren zahlen etwa einen Euro weniger, Familien etwa 2 Euro mehr. Rechtsschutzversichert sind dann die Bereiche Privat, Beruf, Wohnen und Verkehr. Auch eine telefonische anwaltliche Sofortberatung sowie eine Mediation im Streitfall sind in diesem Tarif mit inbegriffen.

ADAC: Die Rechtsschutzversicherung des Automobilclubs wirbt damit, dass sie laut BaFin die geringste Beschwerdequote aller Rechtsschutzversicherer hat. Den überaus günstigen Rechtsschutz gibt es bereits ab 7,69 Euro monatlich. Rechtsschutz für die Leistungsbereiche Wohnen, Privat, Arbeit und Verkehr lassen sich zwar auch separat versichern, dies wäre allerdings deutlich teurer.

Allianz: Rechtsschutzversicherte der Allianz dürfen weltweit eine kostenlose telefonische Rechtsberatung nutzen. Zudem bietet die Allianz derzeit eine spezielle Corona-Hotline für rechtsrelevante Fragen rund um den Virus an. Die Prämienhöhe bemisst sich vor Allem daran, wie hoch der (frei wählbare) Eigenanteil des Versicherten bei etwaigen Rechtsstreitigkeiten ist.

Rechtsschutzversicherung Testsieger der Stiftung Warentest (1)


Hinweise für Senioren & Familien

Senioren: Senioren stehen nicht mehr im Arbeitsleben und benötigen in der Regel keinen beruflichen Versicherungsschutz. Daher enthalten Seniorentarife keinen Berufsrechtsschutz und sind minimal preisgünstiger als eine „normale“ Rechtsschutzversicherung. Der Schwerpunkt bei den meisten Seniorentarifen liegt auf den beiden Bereichen Straßenverkehr und Privat.

Familien: Bei einer Familienrechtsschutzversicherung ist neben dem Versicherungsnehmer auch dessen Ehe- respektive Lebenspartner mitversichert. Unter den Familien-Rechtsschutz fallen auch die Kinder des Versicherten  – vorausgesetzt, sie erzielen kein eigenes Einkommen und leben mit ihm in einem gemeinsamen Haushalt.